Bericht von der 7. Jahreshauptversammlung am 20.02.2016

Jahresbericht 2015

Quo vadis Heimat- & Kulturverein Rotfelden e.V. ?

 

Termine 2015 Vereintreffen: 16.1.WF, 7.2.HJV, 26.03, 24.04., 22.05., 3.07, 22.09, 22.10.,5.12.


Die Aufstellung eines Vereinsprogramms und die Koordination verfügbarer Termine ist für jeden Verein eine jährlich wiederkehrende Herausforderung. Der Heimat- & Kulturverein Rotfelden hatte sich auch 2015 wieder dieser Aufgabe zu stellen gehabt. Während viele gern in Vereine gehen um am Sport, Wandern, Singen oder Tanzen, zeitweise teilzunehmen, gestaltet sich beim Heimat- & Kulturverein Rotfelden die Mitgliedschaft wegen seiner Programmatik etwas anders, aufgrund des sehr breit aufgestellten und weniger auf den ersten Blick zu erfassenden Satzungszwecks:

  1. Dorf und die Heimat den Bewohnern näher zu bringen.
  2. Die Pflege und Vermittlung der Dorfgeschichte und Heimatkunde.
  3. Zeugnisse und Überlieferungen, sowie Kulturdenkmale zu pflegen, schützen und zu bewahren.
  4. Der Förderung der örtlichen Kultur mit historischen und aktuellen Themen und Projekten.

Es ist ein außerordentlich anspruchsvolles aber auch spannendes Beschäftigungsfeld diesen Zweck in Ausstellungen, Vorträgen, Veröffentlichungen, Lesungen, Projektarbeiten, Veranstaltungen und Exkursionen umzusetzen.

Um es sportlich zu beschreiben: es ist für die Mitglieder ein jährlicher Grips Marathon, Geschichte und Kultur zu überbringen; wo oft ein weiter, steiniger Weg zu gehen ist, bei dem ständig die Gefahr lauert, das man über etwas stolpern kann.

Deshalb braucht es willige Mitstreiter, die Fantasie, Weitsicht und einem langen Atem mitbringen.

Wenn aber die Zahl der Mitglieder, welche die Hauptlast der Arbeiten und Aufgaben zu tragen bereit sind kaum wächst oder vielleicht zu erodieren beginnt, im Verhältnis zur Zahl der Passiven, kann ein kleiner Verein, wie der unsere rasch zum Scheitern verurteilt sein, trotz der besten Absichten.

Zum guten Glück fanden sich auch 2015 wieder ausreichend Motivierte, die bereit waren sich zu engagieren. Man traf sich acht Mal in Vereinstreffen zur Vorbereitung und Besprechung von acht angekündigten, öffentlichen Veranstaltungen. Dazu kamen bei den Treffen auch noch weitere Themen, die in diesem Bericht Erwähnung finden sollen.

Nach der auf den 16.1. verschobenen Weihnachtfeier im Sportheim Ebhausen fand
am 7. Februar 2015 die Jahreshauptversammlung im Sportheim Rotfelden statt. Beim ersten Vereinstreffen am 26. März im inzwischen für den Verein zum Treffpunkt gewordenen “Blauen Salon” im Schlachthaus wurden die Termine für die 2015 geplanten Veranstaltungen und die Vorschläge des Vorstands für den Jahresausflug und Vorträgen vor- , diskutiert und den Anwesenden zur Abstimmung gestellt .

1. Mai Wanderung
Die vorgesehene 1. Mai Wanderung zu den Harzkiefern im Wald bei Wenden mit Vortrag und anschließendem Mittagessen in Wenden fiel leider sprichwörtlich ins Wasser. Nachdem der Wettergott kein Einsehen hatte und es aus Kübeln den ganzen Tag goss, machten sich nur ein paar unverzagte Mitglieder am Morgen zu Fuß auf den Weg nach Wenden, um wenigstens dort dem Fest der Wendener Feuerwehr den traditionellen Besuch abzustatten. Die Wanderung wird 2016 nachgeholt, wenn hoffentlich das Wetter dabei mitspielt.

17. Mai 2015 Kräuterwanderung mit Frau Barbara Burkhardt (Phytologin) über die Rotfelder Fluren

Zu dieser vom Verein organisierten Kräuterwanderung durch die Rotfelder Wiesen und Fluren trafen sich am Sonntag, den 17. Mai, bei strahlendem Sonnenscheindreißig Interessierte Besucher, Jung und Alt am frühen Morgen um auf der rund zweistündigen Wanderung Neues und Wissenswertes aus der Welt der Kräuter und Heilpflanzen zu erfahren. Frau Barbara Burkhardt, Pflanzenheilkundlerin tat das wieder auf ihre charmante Weise und gab in ihrem Vortrag einen spannenden Einblick in die Welt der für die Gesundheit der Menschen so wichtigen und schützenswerten Fauna und Flora.

22. Mai 2015 Vereinsabend zum Thema „Rotfelder Apfelbaum Sorten“

Der Verein hat mit seinem am 3. Oktober ausgerichteten Rotfelder Mostfest jetzt einen festen Bestandsterminin seinem Programm. Zuletzt war dazu die Idee entstanden, dasses einmal einer Bestandsaufnahme der in Rotfelden zu findenden Apfelsorten bedarfund man diese dokumentieren könnte. Was lag näher als einen echten Kenner der Rotfelder Verhältnisse, den ehemaligen Baumwart von Rotfelden, Herrn Eugen Stockinger dazu einzuladen, um ihn zu befragen. Beim Treffen wussteHerr Stockinger auch so manches Menschliches rund um den Baumschnitt und die Zeit in den 50-ziger Jahren zu erzählen, als auch der Staat es sich herausnahm,über Apfelsorten mitreden zu wollen.Es ist eine kleine Broschüre in Planung darausentstehen zu lassen, die beim nächsten Mostfestausgelegt werden soll.

04 – 07.06.2015 Westweg Vereinswanderung

Die 2012 vom Verein begonnene, immer am Fronleichnam stattfindende, dreitägige Westweg Wanderung für Jeden, fand in diesem Jahr seinen Abschlussmit den Königsetappen vom Titisee über den Feldberg und Belchen bis nach Basel. Während in den letzten Jahren es bei den Etappen oft sehr wechselhaftes Wetter gab, herrschte an den drei Wandertagen ein herrlich sommerlich heißes Wetter. Es verlangte den Wanderern Alles ab. Die Etappen waren steil, schwer und lang. Aber zum guten Glück ging es mit leichtem Gepäck voran, da dieses Mal ein Koffer und Rückfahrservice für die Wanderer organisierst war. So konnten die acht Teilnehmer/innen die Tour, trotz der von der Hitze verursachten Strapazen,mittels literweiser Einnahme von Wasser und Radler unbeschadet überstehen. Als das Ziel Obertüllingen oberhalb von Basel am Samstag Nachmittag erreicht war, waren dann doch Alle sichtlich froh, den Markgräfler Hitzehalbmarathon mit über 35° im Schatten ohne Sonnenstich überstanden zu haben.

Vereinsabend am 3.07.2015

Das Thema des Vereinstreffen am 3. Juli 2015 war die Wappenkunde. Dazu war ein Vortrag vorbereitet worden über die Geschichte, Funktion und Regeln der Wappenkunde. Die Heraldik spielt heute noch bei vielen Familien eine Rolle, wenn sie ein Wappen im Namen noch weiterführen wollen. Deshalb hatten einige ihre Hauswappen mitgebracht. Interessant für den ein oder anderen war, dass es aber keine Rolle bei Stiftung eines Wappen spielte, woher man kam, da das Wappen kein Privileg darstellt. Jeder kann sich auch heute noch ein eigenes Wappen stiften. Seine Form und Elemente folgen zwar klaren Regeln. Aber entscheidend ist nur, dass sein Aussehen ähnlich dem Markenrecht dafür einzigartig sein muss. Dafür bedarf es entsprechender Kenner und Spezialisten, welche die umfangreichen Kataloge zu durchforsten, ein neues Wappen zu gestalten und in das Verzeichnis einzutragen wissen. Das Thema war aufgegriffen worden, weil der Verein beim Kinderferien Programm ein entsprechendes Aktionsthema für die Kinder geplant hatte.

Kulturfahrt Ausflug am Sonntag, den 12.07.2015 nach Marbach am Neckar

An der Kulturfahrt in die Schiller Geburtsstadt Marbach am Neckar am 12. Juli 2016 nahmen 25 Gäste und Mitglieder teil. Bei der unterhaltsamen Stadtführung, geleitet von der im historischen Marktfrauenkostüm gekleideten Frau Widmann, einem Mitglied des dortigen Marbacher Geschichtsvereines, durch die mittelalterliche Stadt oberhalb vom Neckar und dem Besuch des Museums im Geburtshaus Schillers konnten die Teilnehmer Vieles über die Kindheit Deutschlands berühmtem Dichter und seiner Umgebung erfahren. Auch über die historischen Umstände, als Marbach von französischen Truppen in Brand geschossen und dabei fast vollkommen zerstört wurde, weil die Stadt das von den Franzosen erpresste Geld nicht zahlen wollte, hatte sie zu berichten. Die Marbacher Bürger waren damals, dank des Salzhandels zu einem gewissen Wohlstand gekommen auf man es abgesehen hatten.

Es wurde auch noch ein weiterer berühmter Sohn der Stadt vorgestellt, der Geographen und Astronomen Tobias Mayer, der mit seinen Erfindungen zur Winkelbestimmung, zur Bestimmung der Länge auf See, mit Hilfe von Mond und Sonnentabellen, der Seefahrt im 18. Jahrhundert weltweit sehr geholfen hat. Er war nur 39 Jahre alt geworden und hatte als Autodidakt nie eine Universität besucht. Wiederentdeckt wurde er erst ab 1970 durch einen englischen Wissenschaftler und es dauerte nochmals 10 Jahre bis er mit der Eröffnung des Tobias-Mayer-Museums in Marbach auch eine Würdigung in unserem Land erfuhr. Nach der zweistündigen Führung kehrte die Gruppe in ein Lokal in Marbach zum Mittagessen ein. Am Nachmittag ging es weiter mit dem Bus zur Hessigheimer Neckar-Staustufe. Von dort fuhr die Gruppe mit dem Schiff, vorbei an den steilen Weinbergen flussaufwärts. Die Einfahrt in die Pleidelsheimer Schiffsschleuse war ein Erlebnis, was nicht Jeder der Teilnehmer schon einmal gehabt hatte. Die Schifffahrt fand in Marbach ihr Ende und die Ausflugsgesellschaft kehrte gegen 19:00 Uhr nach Rotfelden zurück.

 

18.08.2015 Ritterlicher Spiele Nachmittag im Schulhof der Grundschule Rotfelden

Im Rahmen des Kinder Sommerferien Programms der Gemeinden des oberen Nagoldtals hatte der Verein zum 5. Mal in Folge eine Veranstaltung angeboten unter dem Motto „Ritterlicher Spielenachmittag“. Daran nahmen dreizehn Jungs und Mädels im Alter zwischen 7 und 11 Jahren aus Rotfelden und vier anderen Gemeinden teil.

Die Veranstaltung fand auf dem Rotfelder Schulhof und dem angrenzenden Bolzplatz statt. Zunächst galt es vor-gesägte Wappenschilde nach allen Regeln der Heraldik kunstvoll zu bemalen, damit man im anschließenden Wettstreit gut gewappnet war. Dafür war eine kleine Strohburg aufgebaut worden, die jeweils ein Team gegen die Softball Attacken der anderen mit ihren Schilden zu verteidigen hatte. Auch das Lanze Ringfang Werfspiel forderte die kleinen Ritter im Team heraus. Nach so einem aufreibenden Wettkampf schmeckten dann die von den Helfern am Grill zubereiteten Roten umso besser.

22.09.2015 Vereinsabend zum Thema „Steinkauz“

Der Verein hatte zu einem Informationsabend in den „Blauen Salon“ zum Thema „Steinkauz Erhalt im Nagolder Raum“ dazu Mitglieder des NABU Nagold und Mötzingen eingeladen. Ein Mitglied der Nagolder Initiative lebt hier in Rotfelden und hatte das Treffen angeregt. Dazu erschienen noch einige weitere Gäste aus der Umgebung, so daß der Raum beim Vortrag fast aus den Nähten platzte. Herr Bihler, der seit einigen Jahren im Raum Mötzingen in den örtlichen Obstwiesen versucht den dort abwesenden Steinkauz wieder ansässig zu machen, berichtete in einem Bildvortrag über seine bisher erfolglosen Bemühungen und auch über die Wiederansiedlungserfolge in der Gegend von Ludwigsburg, wo inzwischen wieder über 300 Vögel dieser Art leben sollen. Die NABU Initiative Nagold möchte Bruthilfehöhlen gern an geeigneten Standorten im Nagoldtal anbringen, um die weitere Verbreitung des Steinkauzes zu fördern. Sie hatten dazu auch ein Bruthöhlen Exemplar zur Begutachtung mitgebracht. Dafür suchte man Sponsoren, da ein Bruthöhlen-Exemplar um die 80 EUR kostete. Es bestand die Vorstellung, dass in Rotfelden der Verein sich in gewisser Weise an dieser Aufgabe beteiligen könnte bei der Akquirierung passender Standorte in der Umgebung. Zwar gab es an der NABU Initiative an sich nichts zu bemängeln, doch stellte es sich im Lauf der weiteren Gespräche mit den anwesenden Vogelkundlern heraus, dass die Rotfeldener Gemarkung eigentlich gar kein ideales Siedlungsgebiet des Steinkauzes ist, da wegen der Nähe zum Wald eigentlich die Waldkäuze hier ihr Revier haben, die sie vertreiben würden. Man ließ es an diesem Abend offen und bei der nächsten Vereinssitzung am 22.10.2015 kam dieser Punkt dann auf die Tagesordnung zur Abstimmung, wurde aber von den Mitgliedern abgelehnt, da man sich bei der Aktion des NABU nicht als 5. Rad am Wagen sehen wollte.

03.10.2015 Rotfelder Mostfest
Wieder einmal bei besten herbstlichen Wetter mit Sonnenschein fand das Mostfest vor dem Rotfeldener Backhaus statt. Ab 12:00 gab es für die Gäste Zwiebelkuchen, Rote vom Grill, frisch gepresster Apfelmost und andere Getränke. Damit das Fest rund lief und Alle gemütlich zusammen sitzen konnten, hatten sich unsere immer zuverlässigen und eifrigen Mitglieder des Backteams schon am Tag zuvor an die Zwiebelkuchenfabrikation gemacht während die anderen Mitglieder beim Äpfel-klauben und beim Aufbau, Ausschank und sonst wo noch Hand gebraucht wurde, sich tatkräftig engagierten. Als spezielle Gäste durfte das Backteam um Traudel Haselmaier den Gewinner des Radio Quizz vom SWR4 begrüßen. Der SWR4 Radio hatte am 18. August bei einer morgendlichen Live Sendung dem Backteam beim Backen über die Schulter geschaut. Dem aus Wangen im Allgäu angereisten Gewinner Paar wurde ein Korb mit frischem Brot, einem Zwiebelkuchen und frisch gepressten Most überreicht. Das Fest dauerte bis zum Sonnenuntergang und noch bis zur späten Abendstunde saß man in Gruppen vor dem Backhaus gemütlich zusammen.

Vortrag 14.10. „Heiße alte Handwerke – vom Schmiereofen bis zum Scheiterhaufen“

Zu einem geschichtlich, heimatkundlichen Vortrag hatte der Verein den Lokalhistoriker Hans Schabert vom Kreisgeschichtsverein Calw ins Rotfeldener Gemeindehaus am Mittwoch, den 14. Oktober um 19:30 eingeladen und dafür auch kräftig Werbung an der Ebhausener Schule gemacht. Leider fanden dann sich an diesem Abend zu diesem kostenlosen, öffentlichen Bildvortrag nicht die erhoffte große Besucherschar ein. Im Nachgang war der Grund eine parallel stattfindende Veranstaltung der Kirchengemeinde wahrscheinlich die Ursache gewesen. Trotzdem war Herr Schaberts Bildvortrag über die „heißen“ im nördlichen Schwarzwald ansässigen Betriebe für die Herstellung von Schmiere, Pottasche und Holzkohle und das damit verbundene Gewerbe, das Arbeit für viele Menschen bot, die allesamt dadurch vom und mit dem Wald lebten interessant, lebendig und sehr aufschlussreich. Auch band er immer wieder vergnügliche, anekdotische Geschichten in seinen Vortrag ein, so dass es trotz dem Thema nicht zu trocken wurde. Die Zuhörer dankten Herrn Schabert nach seinem 1 ½ stündigen Vortrag mit einem freundlichen Applaus.

Bildvortrag: 14.11. „Siebenbürgen – das Land jenseits der Wälder“

Man kann ihn schon als letztes Jahres-Highlight von Rotfelden ansehen, Karl Lang's Bildvortrag in der Rotfelder Gemeindehalle. Der Verein hatte dazu die Bewirtung übernommen. Zu seinem schönen zweistündigen Bildvortrag war die Halle wieder gut gefüllt und die Besucher ließen sich von Karl Lang auf eine Reise in das Land zwischen den Bergen der Karpaten entführen. Mit seinen Erzählungen über die Geschichte, seinen Menschen und die zufälligen Begegnungen mit besonderen Persönlichkeiten, wie Prinz Philipp aus England unterhielt er die Zuschauer sehr gut, die sich mit einem freundlichen Applaus bedankten.

Letztes Vereinstreffen 5.12. im Backhaus Rotfelden
Nach einem so geschäftigen Vereinsjahr hatte der Verein beschlossen der besonders aktive Back- und Fest Crew bei einem gemütlichen Treffen im Backhaus, ein Dankeschön zukommen zu lassen, in der Form dass man sie einmal bediente und nicht umgekehrt. Und bei frischen Pizzen aus dem Ofen und ein paar Gläsern Wein oder Bier konnten dann Alle das erfolgreiche Vereinsjahr entspannt Revue passieren lassen.